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	<title>Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement Archive - Besser Miteinander - Konfliktberatung und Mediation</title>
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		<title>Papa, ich hätte mir gewünscht &#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 May 2019 12:57:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie Entwicklung Risikofaktoren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Papa, ich hätte mir gewünscht, diesen Film nicht anzuschauen“, sagt ein 5 Jahre alter Junge, nachdem ihm sein Vater einen Film ab 6 Jahren zumutete. Jetzt würde er Alpträume bekommen und nicht gut schlafen können. Offensichtlich war der Kleine überfordert mit den Inhalten. Aus guten Gründen stellen Eltern sich die Frage, in wieweit das eigene &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/papa-ich-haette-mir-gewuenscht/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Papa, ich hätte mir gewünscht &#8230;</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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<p> „Papa, ich hätte mir gewünscht, <a href="https://amzn.to/40GVkoL" rel="sponsored nofollow">diesen Film</a> nicht anzuschauen“, sagt ein    5 Jahre alter Junge, nachdem ihm sein Vater einen Film ab 6 Jahren    zumutete. Jetzt würde er Alpträume bekommen und nicht gut schlafen können. Offensichtlich war der Kleine überfordert mit den Inhalten. Aus guten Gründen stellen Eltern sich die Frage, in wieweit das eigene Erziehungsverhalten und die Lebensumstände, die Entwicklung der Kinder beeinflusst. In meiner Praxis suche ich  eine Antwort darauf, indem ich die Frage an die Klienten weiterreiche: &#8222;Was glaubst du? Kannst du dir aus deinem Lebenslauf heraus erklären, weshalb du heute Probleme hast, mit einem Bein im Gefängnis stehts oder Drogen konsumierst? In der <a href="https://amzn.to/4er9uxk" rel="sponsored nofollow">Entwicklungspsychologie</a> sprechen wir von Risiko- und Schutzfaktoren, um zu beschreiben, wie wahrscheinlich es ist, eine psychische Erkrankung in der Pubertät oder später zu entwickeln. Risikofaktoren gibt es viele, einige sind im folgenden Text aufgelistet. </p>



<span id="more-550"></span>



<p>Ein Mädchen (16) erzählt: „Wenn es meine Eltern geschafft hätten, weniger zu streiten, und zusammen geblieben wären, dann würde es mir heute besser gehen und ich würde keine Drogen nehmen.“ „Wenn ich zurückschaue, hätte ich mir gewünscht, dass mir meine Eltern mit sechs Jahren keine Playstation kaufen, dann hätte ich vielleicht etwas Sinnvolles mit meiner Zeit gemacht.“ Marina (14), „wenn ich damals hätte sprechen können, hätte ich mir gewünscht, im Alter von einem Jahr bei meiner Mama bleiben zu können und nicht schon so früh in eine Kinderkrippe gegeben zu werden. Ein 16 Jahre alter Junge: „Hätte ich mir nicht ständig <a href="https://amzn.to/3UINXJu" rel="sponsored nofollow">187 Straßenbande</a> angehört, wäre ich bestimmt nicht kriminell geworden.“ Ein junger Mann von 20 Jahren: „Ich hätte mir gewünscht, dass mein Vater seine Erziehungspraktiken überdenkt, und mich nicht fast jede Woche halb tot prügelt, dann wäre ich heute kein schwerer Alkoholiker.“ Paul (14) meint: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Lehrerinnen in der Schule darauf geachtet hätten, dass auf dem Schulhof keine Drogen verkauft werden, dann hätte ich nicht schon mit 13 Jahren angefangen <a href="https://amzn.to/3Cj1YaB" rel="sponsored nofollow">Cannabis</a> zu konsumieren.“ Peter (17): &#8222;Hätte meine Mutter in der Schwangerschaft nicht geraucht, dann müsste ich heute kein Ritalin nehmen.&#8220; </p>



<p>Was hätten Sie sich als Kind gewünscht?</p>



<p>Die Forschung nennt viele Risikofaktoren, schränkt aber auch ein, dass ein einzelner Vorhersagefaktor spätere Auffälligkeiten nicht alleine erklären kann. Es sind mehrere Risikofaktoren bei mangelnden Schutzfaktoren die aufeinandertreffen müssen, um z.B. eine Substanzabhängigkeit zu erklären. Bei der <a href="https://amzn.to/3AIxGxq" rel="sponsored nofollow">Alkoholabhängigkeit</a> haben wir z.B. auf der Seite der Risikofaktoren: Verfügbarkeit, kulturell und rituell vergesellschaftet, autoritärer Erziehungsstil, unsichere Bindung, wahrgenommener Peerdruck, Unfähigkeit sich abzugrenzen, geringer Selbstwert, belastetes Familienumfeld. Und auf der Seite der Schutzfaktoren: Intelligenz, soziale Kompetenzen, emotionale Unterstützung von Erwachsenen, Wendepunkte im Leben (z.B. Beginn einer Ausbildung, oder Vollendung des 21. Lebensjahres) Es ist also nicht so einfach eine eindeutige &#8222;Geschichte&#8220; des aktuellen Zustandes zu erfinden und es wäre sicherlich zu kurz gegriffen, zu sagen, dass eine unsichere Bindung zu den Eltern eine Suchterkrankung zur Folge hat. Möglicherweise hat ein Ereignis das Fass zum Überlaufen gebracht &#8211; wie z.B. die Wahl einer problematischen Peergroup oder eben die oben von den Jugendlichen genannten möglichen Gründe. </p>



<p>Wenn wir als Gesellschaft auf eine positive Entwicklung hinwirken wollen, <a href="https://amzn.to/4flpkLd" rel="sponsored nofollow">psychische Erkrankungen</a> reduzieren, ein friedliches Miteinander realisieren, eine sichere Gesellschaft garantieren wollen, dann sollten wir gemeinsam daran arbeiten, dass Mütter während der Schwangerschaft nicht konsumieren, dass Kinder in den ersten beiden Lebensjahren sichere Bindungen an die Eltern etablieren, dass <a href="https://amzn.to/3YKV2KQ" rel="sponsored nofollow">Eltern einen angemessenen Erziehungsstil pflegen (autoritative Erziehung)</a>, dass Sie über die Pubertät hinaus weiterhin ihre Kinder gut begleiten, ermutigen und begrenzen (elterliches Monitoring), dass die Gesellschaft die Verfügbarkeit von Alkohol, Nikotin und Drogen reduziert, dass Eltern gesunde Werte gegenüber den manipulativen Einflüssen von außen verteidigen und durchsetzen, dass die Gesellschaft die Kooperation, das Gespräch und die konstruktive Konfliktlösung in den Vordergrund aller Bestrebungen stellt, dass die Gesellschaft gesunde Perspektiven anbietet und gerade Familien genügend Ressourcen bereitstellt um oben genannte Herausforderungen gut zu bewältigen. </p>



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		<title>Spannungsfeld Konflikt</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/spannungsfeld-konflikt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 May 2019 11:26:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn wir uns über Konflikte unterhalten, dann ist eine Begriffsklärung ganz sinnvoll. Das Wort &#8222;Konflikt&#8220; können wir dazu in ein Spannungsfeld mit vier Polen stellen. Auf dem Bild rechts sind die vier Pole, die einen Konflikt definieren, anschaulich aufeinander bezogen, ausgehend von der Idee des Wertequadrats von Paul Helwig, das durch Schulz von Thun populär &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/spannungsfeld-konflikt/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Spannungsfeld Konflikt</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2014/11/konflikt-spannungsfeld1.jpg"><img decoding="async" class="alignright wp-image-126" src="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2014/11/konflikt-spannungsfeld1-300x225.jpg" alt="konflikt-spannungsfeld" width="180" height="135" /></a>Wenn wir uns über Konflikte unterhalten, dann ist eine Begriffsklärung ganz sinnvoll. Das Wort &#8222;Konflikt&#8220; können wir dazu in ein Spannungsfeld mit vier Polen stellen. Auf dem Bild rechts sind die vier Pole, die einen Konflikt definieren, anschaulich aufeinander bezogen, ausgehend von der Idee des <a title="Paul Helwig" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werte-_und_Entwicklungsquadrat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wertequadrats von Paul Helwig</a>, das durch <a title="Schulz von Thun" href="http://www.schulz-von-thun.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schulz von Thun</a> populär geworden ist.<span id="more-70"></span></p>
<p><strong>Betrachten wir das Quadrat genauer:</strong> Im oberen Teil sehen wir die gesunden Anteile eines Konflikts, das Streiten und das Harmonieren. In der unteren Linie des Quadrats stehen die potentiell pathologischen Anteile des Konfliktgeschehens, das Bekriegen und das Schweigen.</p>
<p><strong>Beginnen wir oben links: Das Streiten ist eine spezielle Konfliktform. </strong>Wir zanken zwar, ziehen kräftig am anderen, bleiben dabei aber respektvoll und einfühlsam. Das Ziel der Auseinandersetzung ist, ein Problem zu lösen, um damit einen Meinungsverschiedenheit oder einen Interessenskonflikt zu beenden. Gelingt uns das nicht, können wir das Problem vertagen oder in Zukunft darüber schweigen, oder den Streit in die Eskalation treiben und Krieg führen.</p>
<p><strong>Das miteinander Harmonieren oder das reibungslose Miteinander:</strong> Zwei Menschen ergänzen sich, nehmen einander wahr, gehen respektvoll miteinander um, bemühen sich um eine gute Zusammenarbeit, erkennen die Bedürfnisse des anderen und tragen dazu bei, diese zu befriedigen. Sollten sie Unterschiede ausgleichen müssen, so gelingt ihnen das, in dem sie zum Streitpol wandern, dabei aber fair und einfühlsam bleiben.</p>
<p><strong>Dagegen ist das Bekriegen eine Form des Kämpfens,</strong> die über das Streiten hinausgeht. Jetzt geht es nicht mehr darum Unterschiede auszugleichen, sondern sich auf Kosten des anderen durchzusetzen, mit Mitteln, die die Integrität des anderen verletzten können und die Beziehung somit nachhaltig schädigen. In dieser Ecke des Quadrats wird beleidigt, verletzt, zerstört, betrogen, fremdgegangen, gelogen und schlimmstenfalls gemeinsam untergegangen. Kriegerische Formen sind im Konfliktfall nur dann sinnvoll, um andere einzuschüchtern, zu vernichten oder um zu verhindern selbst vernichtet zu werden.</p>
<p><strong>Das Schweigen geht über das Harmonieren hinaus</strong> und entsteht, wenn wir uns davor fürchten die Harmonie durch Streit zu gefährden, wenn es uns nicht gelingt ein Nein zu formulieren, wenn wir in einem Streit den kürzeren ziehen und uns diesem Schicksal ergeben. Wenn wir der Gewalt des Gegenübers nichts entgegenzusetzen haben, wenn wir unvorteilhafte Geschäfte akzeptieren, des lieben Friedens wegen, wenn wir das Machtgefälle erdulden. Das Schweigen ist neben dem Bekriegen das andere Ende der destruktiven Form des Miteinanders. Wenn wir die Angst, die Wut, die Enttäuschung, die Ohnmacht nicht zum Ausdruck bringen, führt dies in den Stillstand, in die Depression, ins Burn Out, in die Sucht, wird adipös oder tötet sich selbst. Das Schweigen kann sich irgendwann entladen, dann nämlich wenn uns der Kragen platzt und die angestaute Frustration sich schließlich entlädt.</p>
<p><strong>Wenn wir einen Konflikt mit jemandem austragen, dann sollten wir uns fragen, wo wir stehen.</strong> Harmonieren wir als Paar oder tun wir nur so als ob? Schweigen wir über die brisanten Themen oder lassen wir es manchmal richtig krachen? Was ist, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, wie schaffen wir einen Ausgleich? Was tun Sie um eine Eskalation zu vermeiden? Wie kommen Sie aus dem Schweigen in eine konstruktive Form des Miteinanders? Oder was machen Sie, wenn etwas zerbrochen ist, jemand einen Schritt zu weit gegangen ist?</p>
<p><strong>Streiten ist deswegen so aufregend,</strong> weil wir gar nicht wissen, wie sich ein Konflikt entwickeln wird. Deswegen ist jede Auseinandersetzung die perfekte Ausgangslage für ein packendes Drehbuch. Endet der Beziehungsausflug in einem idyllischen Strandlokal oder in einer handfesten Auseinandersetzung mit Demütigungen, Strafanzeigen oder in getrennten Schlafzimmern? Oder endet die Auseinandersetzung im Schweigen – im alles unter den Teppich kehren? Im Augenblick des Miteinanderstreitens wissen wir dies  nicht, die Emotionen trüben unser Bewusstsein und darüber hinaus können wir die Strategie des Gegenüber ja auch nicht vorausahnen. Alles ist offen. Wie in einem Film, wir wissen nicht, ob uns ein Happy-End, ein bitteres oder ein intellektuelles Ende erwartet.</p>
<p><img decoding="async" style="display: none !important;" hidden="" src="http://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=traumeversteh-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3499624079" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
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		<item>
		<title>Vorwurf</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/vorwurf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jan 2017 07:53:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Menschen sich begegnen, dann streiten sie. Das ist nicht wirklich schlimm, denn solange die Integrität des Gegenüber im Konfliktfall gewahrt bleibt, ist streiten besser als schweigen. Doch leider ist es nicht immer einfach das Gegenüber bei Meinungsverschiedenheiten wertzuschätzen. Gelegentlich überschreiten wir Grenzen. Das ist dann der Fall, wenn wir die andere Person beleidigen, beschimpfen, &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/vorwurf/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Vorwurf</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2014/09/vorwurf.jpg"><img decoding="async" class="alignright wp-image-134" src="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2014/09/vorwurf-300x225.jpg" alt="vorwurf" width="240" height="180" /></a>Wenn Menschen sich begegnen, dann streiten sie. Das ist nicht wirklich schlimm, denn solange die Integrität des Gegenüber im Konfliktfall gewahrt bleibt, ist streiten besser als schweigen. Doch leider ist es nicht immer einfach das Gegenüber bei Meinungsverschiedenheiten wertzuschätzen. Gelegentlich überschreiten wir Grenzen. Das ist dann der Fall, wenn wir die andere Person beleidigen, beschimpfen, demütigen, aussperren, ihn auf die stille Treppe verbannen oder ihr etwas vorwerfen.<span id="more-60"></span></p>
<p><strong>Ein Vorwurf, ein Tadel oder eine Beschuldigung zeigt,</strong> dass jemand seinem Gegenüber nicht auf Augenhöhe begegnen möchte oder kann. Er wechselt in sein Eltern-Ich und behandelt sein Gegenüber als Kind. Es entsteht eine Schieflage, in dem der andere schuldig gesprochen werden kann: <em>„Schon wieder hast du die Zahnpastatube nicht zu gemacht, habe ich dir nicht schon hundert Mal gesagt, dass das Ding zu kommt? Nie hältst du dich an Regeln!“</em></p>
<p><strong>Damit eine Begegnung auf Augenhöhe gewahrt werden kann,</strong> reagiert man ebenso verallgemeinernd und vorwurfsvoll – also Auge um Auge. <em>„Ach hör auf mit dem Quatsch – du bist es, die sich nicht an Regeln hält. Ständig stolpere ich über deine Schuhe!“ </em> Wir können auch richtig ausholen, in dem wir vielleicht sagen: <em>Mein Gott, wer bist du denn, dass du mich hier maßregeln musst – mach doch deine Scheiß-Zahnpastatube selbst zu. </em>Naja, es dürfte klar sein, dass sich auf diese Weise nicht konstruktiv streiten lässt.<em><br />
</em></p>
<p><strong>Um einer Begegnung auf Augenhöhe auszuweichen</strong> könnten wir selbstverachtend und unterwürfig reagieren: „<em>Ja, du hast Recht, ich kann mich nicht an Regeln halten – ich bin eben ein Trottel, dem man alles tausend Mal sagen muss.“<br />
</em></p>
<p><strong>Oder wir reagieren mit einer Rechtfertigung oder Erklärung:</strong> <em>„Ja – wenn ich es eilig habe, dann vergesse ich die Zahnpastatube halt mal. Ich werde es in Zukunft besser machen!“ </em>Damit beenden wir zwar den Streit – aber wir haben noch nicht alles geklärt, denn die Verallgemeinerung: <em>&#8222;Nie hältst du dich an Regeln!&#8220;</em> ist einfach falsch. Der Angriffene unterwirft sich, indem er die Verallgemeinerung akzeptiert und nicht kommentiert. Möglicherweise aus Angst oder vielleicht auch, weil das Machtgefälle es nicht zulässt.</p>
<p><strong>Wenn wir richtig glänzen möchten und den Vorwurf aus der Welt schaffen wollen, bzw. die Verletzung abwehren möchten und die Augenhöhe wahren möchten, dann könnten wir so reagieren:</strong></p>
<p><em>„Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich an Regeln halten kann – deswegen kann ich deine Aussage so nicht stehen lassen.“ In diesem Falle gebe ich gerne zu: Ich habe die Tube heute Morgen nicht zugemacht. Das hat aber einen Grund – ich bin zu spät aufgestanden und hatte heute Morgen ganz andere Dinge als Zahnpastatuben im Kopf.“ </em></p>
<p><em>„Ich würde mich sehr freuen, wenn du es in Zukunft wertschätzen könntest, dass ich für den Unterhalt der Familie verantwortlich bin und manchmal mit dem Kopf schon aus dem Haus bin, während mein Körper noch im Bad steht.“ </em></p>
<p><em>„Wenn du das Problem unbedingt lösen möchtest, dann schlage bitte vor, wie wir es lösen können und lass in Zukunft bitte Verallgemeinerungen und Vorwürfe – das kränkt mich, ich möchte schließlich nicht wie ein Kind behandelt werden.“</em></p>
<p><strong>Bei diesem letzten Versuch wird umfassend auf den Angriff eingegangen.</strong> Zunächst wird der Vorwurf aus der Welt geschafft – auf der Sachebene, zweitens die eigene Perspektive formuliert (Bedürfnisse) – man wahrt das Gesicht, in dem der Dialog von der Eltern-Kind-Begegnung wieder auf die Erwachsenen-Ebene verschoben wird und richtet einen Appell an das Gegenüber mit der Ermutigung am Problem selbst zu arbeiten. Das ist konstruktives Streiten – keine Angriffe – die Integrität des Gegenübers bleibt gewahrt. Die Dinge kommen auf den Tisch – das Gegenüber erhält einen Einblick in das Seelenleben des Beschuldigten und alle Beteiligten können nun Lösungen fokussieren.</p>
<p>Literaturtipp:</p>
<p><a href="https://amzn.to/3AD8cBF">Eric Berne &#8211; Spiele der Erwachsenen: Psychologie der menschlichen Beziehungen</a></p>
<p>Joachim Bauer &#8211; Schmerzgrenze: Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schüler richtig motivieren</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/motivieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Dec 2016 08:13:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie lassen sich Schüler zu guten Leistungen motivieren bzw. was können Lehrer tun, damit Schüler vom Lernstoff so fasziniert sind, dass sie  sich das Wissensgebiet selbst erschließen? Sie glauben, das ist zu viel verlangt? Zu hohe Erwartungen an die Lernbereitschaft von Kindern und Jugendlichen? Ob ein Schüler etwas lernt, verantwortet der Lehrer. Lernen bedeutet nicht &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/motivieren/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Schüler richtig motivieren</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.mediation-villingen.de/motivieren/">Schüler richtig motivieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.mediation-villingen.de">Besser Miteinander - Konfliktberatung und Mediation</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/02/pi.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-115" src="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/02/pi-300x214.jpg" alt="pi" width="181" height="129" srcset="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/02/pi-300x214.jpg 300w, https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/02/pi.jpg 555w" sizes="auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px" /></a>Wie lassen sich Schüler zu guten Leistungen motivieren bzw. was können Lehrer tun, damit Schüler vom Lernstoff so fasziniert sind, dass sie  sich das Wissensgebiet selbst erschließen? Sie glauben, das ist zu viel verlangt? Zu hohe Erwartungen an die Lernbereitschaft von Kindern und Jugendlichen?<span id="more-80"></span></p>
<p><strong>Ob ein Schüler etwas lernt, verantwortet der Lehrer.</strong> Lernen bedeutet nicht nur Vokabeln auswendig zu können, sondern ob der Schüler sich mit seinen aufkeimenden Kompetenzen identifiziert, Lösungswege alleine wagt, sich für den Lernstoff begeistert, komplizierte Sachverhalte versteht, Lernziele formulieren lernt, die Zusammenhänge zwischen Lebenswelt und Lerninhalten erkennt, Lernstrategien erprobt und er das ganze auch noch lustvoll macht. Es ist die Aufgabe des Lehrers den Jugendlichen zu stärken und ihm zu helfen, seinen Reifungsprozess zu reflektieren. Dafür nimmt er sich als Person zurück und präsentiert sich dem Schüler als wissende, vertrauenswürdige, beziehungsfähige, starke Persönlichkeit, die vom Schüler respektiert wird.</p>
<p><strong>Lehrer und Schüler sind aufeinander bezogen. </strong>Es ist ein Beziehungsgeschehen – ein spannungsvolles oder auch konflikthaftes Miteinander. Gelingende, erfolgreiche Phasen wechseln sich ab mit frustrierenden und erschöpfenden Phasen. Ja, selbst die konstruktivste Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist konflikthaft, weshalb? Weil Lehrer und Schüler beim Lehren und Lernen stets Unterschiede ausgleichen. Wir können uns dies als Seilschaft vorstellen, die sich von Höhenmeter zu Höhenmeter empor arbeitet mit dem Seilschaftsführer an der Spitze. Die Höhenunterschiede sind dann Wissens- bzw. Erkenntnisunterschiede aber auch motivationale Unterschiede. Der Lehrer achtet darauf, dass er den Schüler aufmerksam begleitet. Er überwacht seine Fortschritte und bemerkt, wenn der Schüler auf Abwege gerät; im schlimmsten Falle hilft er ihm, sich aus einer Felsspalte zu befreien.</p>
<p><strong>Doch bevor Schüler und Lehrer zu einer Seilschaft werden,</strong> muss der Lehrer den Schüler „binden“, ihn motivieren mitzugehen, ja ihn zunächst mal dazu bringen, zum Kauf von Wanderschuhen zu entschließen. Wir müssen davon ausgehen, dass Schüler nicht daran interessiert sind, einen hohen Berg zu besteigen, heute ein Mathecrack oder später einmal Ingenieur, Werkzeugmechaniker oder Krankenschwester zu werden, sondern es ist die Aufgabe der Gesellschaft die Neugier des Schülers bzgl. einer Aufgabe erst zu wecken. Dies gelingt wiederum, wenn der Lehrer soziale bzw. psychologische Bedürfnisse <a href="http://www.klaus-grawe-stiftung.ch/de/prof-dr-klaus-grawe/" target="_blank">(nach Grawe)</a> des Schülers befriedigt oder deren Befriedigung in Aussicht stellt: Das Bedürfnis irgendwo dazuzugehören (Ich möchte dazu gehören!), sowie das Bedürfnis sich als kompetent zu erleben (Ich kann was!), sowie das Bedürfnis sich als autonom zu erleben (Ich möchte selbst bestimmen!).</p>
<p><strong>1.  </strong><strong>Ich möchte dazu gehören! </strong></p>
<p>Jeder Mensch hat das Bedürfnis integriert zu sein: Der Schüler möchte sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen und darin eine Rolle übernehmen, mit der er sich identifizieren kann. Ziel dieser Manipulation, um es ein wenig unfreundlich zu formulieren, ist es, dem Schüler zu suggerieren, dabei sein zu wollen, oder sowas wie eine Eintrittskarte lösen zu wollen.</p>
<p>Ja – ich möchte dabei sein, ist etwas anderes als die Zusage: „Ich möchte einen Berg besteigen.“ Einen Berg besteigen befriedigt kein Primärbedürfnis. Ich möchte zu dieser Seilschaft dazugehören und ich identifiziere mich mit dieser Gruppe und deren Werten und Zielen, ist die Grundlage dafür, eine Person für eine konkrete Tätigkeit zu motivieren – in diesem Falle einen schweren Rucksack, Seile und Haken über Stunden zu tragen.</p>
<p><strong>Aber wann hat denn jemand das Gefühl dazuzugehören?</strong> Auf diese Frage gibt es drei Antworten, kurz: Wenn sich der Schüler mit dem Lehrer, den Inhalten eines Faches und der Rolle innerhalb einer Gemeinschaft identifizieren kann. Im Folgenden werde ich diese Thesen am Beispiel der Mathematik genauer beleuchten.</p>
<p><strong>a)   </strong>Eine Beziehung zu den Menschen aufbauen, die sich für Mathematik begeistern.</p>
<p>Zunächst machen wir also einen Umweg über die Personen, die Mathematik „verkörpern“, denn Jugendliche folgen nicht Dingen, Sachen, Gegenständen oder Mathe, sondern Menschen. Wenn Heranwachsende sich z.B. ein Smartphone wünschen, dann tun sie das nicht der Technik wegen, sondern weil andere Jugendliche in diesem Alter ein Smartphone besitzen. Mit dem Kauf eines Smartphones erfüllen sich Jugendliche also nicht nur den Wunsch eines zu HABEN, sondern sie befriedigen dadurch das Bedürfnis einer Gruppe anzugehören, sich zu integrieren. Es geht darum AUCH ein Smartphone zu besitzen.</p>
<p>Es wäre ein Leichtes Schüler zum Lernen zu motivieren, wenn Mathematiker oder Mathematikliebhaber einen ähnlichen Stellenwert in der Gruppe der Gleichaltrigen besäßen. Wenn „coole“ Menschen Mathematik vermitteln, sieht es mit der Identifikation schon besser aus. Aber wer ist denn cool? Naja, das entscheiden leider die Jugendlichen selbst. Perfekt wäre es, wenn es Zeitgenossen der Schüler gäbe, Pop- oder Filmstars, die in irgendeiner Form mit Mathematik assoziiert sind, die von ihren eigenen Matheerfahrungen erzählen könnten oder die Mathe sogar lieben. Der Lehrer hat dann die Funktion diese Bindung herzustellen. Er kann es natürlich auch wagen sich selbst als „Identifikationsobjekt“ anzubieten – indem er von seinen eigenen Matheerlebnissen in der Schule berichtet oder er erzählt davon, wie sich seine „Beziehung“ zur Mathematik im Laufe des Lebens entwickelt hat.</p>
<p><strong>b)   </strong>Eine Beziehung zu den Inhalten des Faches Mathematik aufbauen.</p>
<p>Ein Lernstoff ist zunächst mal geheimnisvoll, unbekannt, unbegreiflich, abstrakt, neu, spannend, usw. Der Lehrer kann den Schüler bei der Hand nehmen und ihn vorsichtig in die Mysterien des Wissens einweihen, ihn motivieren ihm in die Hallen der Erkenntnis zu folgen. Vielleicht erinnern sie sich noch als sie zum ersten Mal Englischunterricht hatten oder Geschichte, Biologie oder Wirtschaft. Wie erwartungsvoll sie das „neue“ saubere Heft oder Buch aufschlugen und ihre ersten Eintragungen machten. Wie ein kleines Kind, das ein Bilderbuch aufschlägt und staunt. Doch schon meist verliert der Schüler das Interesse, die Freude, den Anschluss, weil er vielleicht für einen Augenblick unkonzentriert war, oder krank wurde oder einen Zusammenhang nicht verstanden hatte, oder sich gedemütigt fühlte. An dieser Stelle bräuchte es nun jemand, der das Kind begleitet, jemanden der zurückläuft und darauf achtet, dass auch die letzten bzw. jene, die sich ausgegrenzt fühlen wieder den Anschluss finden. Nun leider findet dies recht selten statt, sondern die, die zurückbleiben, bleiben auf der Strecke, wie man so schön sagt. Dadurch aber verliert der Schüler die Bindung an das Fach und an den Lehrer. Die Schule arbeitet dann mit Notendruck, Drohungen, Bestrafungen, um den Schüler zumindest inhaltlich wieder heranzuführen. Doch wenn etwas mit Strafe assoziiert ist, hören wir auf uns zu binden. Wir lernen dann nur noch, um der Strafe zu entgehen.</p>
<p><strong>Wie lässt sich eine Beziehung zu den Lehrinhalten aufbauen?</strong> Lernen ist nichts anderes wie neues Wissen an bestehendes Wissen anzuknüpfen. Ist die Lücke zu groß, dann kann Lernen nicht funktionieren. Der Lehrer nimmt also immer wieder da den Faden auf, wo der Schüler ihn zuletzt fallen ließ. Das bedeutet konkret, dass sich der Lehrer mit Hilfe der Technik des aktiven Zuhörens vergewissert, was der Schüler kann und was noch nicht. Sie erkennen diese „Aktivierung des Vorwissens“ übrigens daran, ob ein Schüler wach, aufmerksam, offen, aufnahmefähig ist.</p>
<p>Betrachten wir die Einführung der Zahl Pi im Mathematikunterricht. Dazu gäbe es mehrere attraktive Möglichkeiten Pi durch Messungen an Gläsern oder anderen runden Gegenständen selbst „entdecken“ zu lassen, denn die Zahl Pi ist in allen runden Gegenständen geheimnisvoll verborgen, man muss sie nur „sehen“ lernen. Oder der Lehrer bringt eine <a href="http://www.ph-ludwigsburg.de/wp/fest/iamath/files/dartpi.php">Dartsscheibe</a> mit und lässt die Zahl Pi experimentell „auferstehen“ oder er führt das <a href="http://www.mued.de/mued-material/lager/ABdM/ab-13-05.pdf">Buffonsche Nadelexperiment</a> durch und macht die Schüler sensibel für die Magie des logischen Denkens.</p>
<p>Zur Zahl Pi gibt es auch kuriose Phänomene, wie den Kornkreis vom 1. Juni 2008 bei Barbury Castle in Wiltshire (England), der die Zahl Pi kunstvoll darstellt. Hier kann der Schüler Vorwissen aktivieren, das mit Mathe erstmal nichts zu tun hat. Jeder hat schon von Kornkreisen gehört, jeder hat schon mal ein grünes Feld gesehen, jeder hat mit dem Zirkel schon mal Kreise gezeichnet, darüber hinaus lässt sich an Hand von Texten oder Videos herausarbeiten, wie sich dieser Kornkreis nachzeichnen lässt und die Beschäftigung damit, öffnet eine ganz neue Welt des Wissens.</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=c01hHsssuGg" target="_blank">https://www.youtube.com/watch?v=c01hHsssuGg</a></p>
<p><strong>c)   </strong>Kompetenzen zuordnen</p>
<p>Schüler fallen in bestimmte Rollen hinein, sie wählen diese nicht bewusst aus. Die Klassendynamik entscheidet darüber, bzw. das Bedürfnis sich in eine Gemeinschaft integrieren zu wollen. Manchmal geht dies eben nur als Klassenclown oder als Streber oder als Träumerchen oder als Versager oder Mathecrack oder Opfer oder Chief oder Zappelphilipp oder als der Beste. Sind solche Rollen erst einmal vergeben, bzw. kann sich der jeweilige Schüler damit identifizieren, dann achtet er auch selbst darauf den zugedachten Status zu erhalten – das garantiert Zugehörigkeit.</p>
<p>Es ist die Aufgabe des Lehrers konstruktive Kompetenzen zuzuschreiben und destruktive zu transformieren.</p>
<p>Konstruktive Kompetenzen können sein:</p>
<ul>
<li>Der Assistent: Leiter einer kleinen Lerngruppe: Jemand, der anderen behilflich sein kann und sein Wissen gerne mit anderen teilt.</li>
<li>Der Unwissende, der aber motiviert genug ist, anderen Schüler zu folgen.</li>
<li>Der Fachmann, für ein bestimmtes Themengebiet:</li>
<li>Die Kopfrechenexpertin: Das Mädchen, das am besten Kopfrechnen kann,</li>
<li>Der Bruchrechenexperte: Der Fachmann für das Bruchrechnen,</li>
<li>Der Skizzenzeichner: Derjenige, der die besten Skizzen zeichnet.</li>
<li>Der Kreative, derjenige, der durch divergentes Denken auffällt und besondere Lösungen für mathematische Probleme erarbeiten kann.</li>
<li>Die Sprachbegabte, die ein besonderes Gespür bzw. Verständnis für Definitionen hat.</li>
<li>Der Praktiker, dem es gelingt die Mathematik mit dem Alltag zu verknüpfen.</li>
<li>Oder die Checkerin, die Ästhetin, der Logiker, der Aufmerksame, die Exakte usw.</li>
</ul>
<p>Wie lassen sich diese Kompetenzen herausarbeiten? Indem der Lehrer die Stärken jedes einzelnen Schülers erkennt, notiert und formuliert und schließlich die Schüler mit diesem Attribut im Unterricht etikettiert. Natürlich lassen sich auch Rollen mehrfach vergeben. Wichtig wäre es, darauf zu achten, dass die Kompetenzen gleich verteilt sind und die Schüler die Könnerschaft des anderen respektieren bzw. anerkennen.</p>
<p>Damit die Verleihung von „Kompetenzzuschreibungen“ gelingt, ist es für den Lehrer sinnvoll von folgenden Prämissen auszugehen. Der Lehrer muss also seine Vorurteile prüfen und durch positive Zuschreibungen ersetzen.</p>
<ul>
<li>Ein Schüler lernt gerne alleine aber auch mit anderen, er unterstützt sie und lässt sich gerne helfen;</li>
<li>der Schüler möchte vom Lehrer gesehen und wertgeschätzt werden;</li>
<li>der Lehrer wertschätzt jeden Schüler und er begegnet diesen respektvoll;</li>
<li>der Lehrer liebt sein Fach und vermittelt lustvoll und überzeugt die Lehrinhalte.</li>
</ul>
<p>2<strong>.  </strong><strong>Ich kann was! </strong></p>
<p>Das Bedürfnis sich selbst als kompetent zu erleben. Der Schüler hat Fähigkeiten und Stärken, die er benennen kann, mit denen er sich identifiziert und die andere an ihm sehen und wertschätzen.</p>
<p><strong>Aber wie können wir einen Schüler dabei unterstützen sich als kompetent zu erleben?</strong>  Schüler können sich nur eingeschränkt selbst reflektieren, sie wissen also nicht, auf welchem Entwicklungsniveau sie stehen, wo sie hinwollen und was sie eigentlich genau können. Normalerweise erleben sich Schüler als inkompetent, weil sie dem Schulstoff immer hinterherhetzen – nie ist genug gelernt, nie ist genug gekonnt. Die Erwartungen von Eltern, Lehrern und Gesellschaft sind immer höher als der momentane Leistungsstand. Das mag manche Schüler motivieren, die meisten aber erleben diese „Lücke“ als erschöpfend, weil sie den Anforderungen stets hinterherhecheln. Zudem ist den Schülern den Sinn des Lernens oftmals nicht bewusst. Wozu brauche ich denn das? So tönt es aus fast allen Schülermündern. Fast niemand hat ein deutliches, klares, transparentes Motiv bzw. Ziel, auf das er zusteuern kann. Die wenigsten Schüler wissen auf welchem Weg sie sich befinden. Die gesellschaftlichen Erwartungen treiben die Kinder und Jugendlichen einfach immer weiter und wir hoffen, dass etwas aus ihnen wird.</p>
<p>Dem Schüler ein Feedback geben, den Lernprozess transparent machen, Fehler als Entwicklungschancen begreifen. Selbst aus den schlechtesten Aussagen das Wagnis, das Neue, den Mut des Schülers heraushören und spiegeln. Der Lehrer sollte aktiv zuhören und aktiv lehren: Nachfragen und klären ob der Schüler alles verstanden hat, ob er „mitkommt“, ob er noch Unterstützung braucht. Klären, welche Art des Missverständnis wohl vorliegt. Der aktuelle Wissensstand des Schülers ist die Plattform, von der aus das Abenteuer Lernen gestartet wird. Das Abenteuer beginnt, wenn Sie Kompetenzen erkennen, formulieren, dem Schüler spiegeln, denn dann bekommt der Junge oder das Mädchen Wind in die Segel. Wenn der Schüler offen genug ist, dann dringen die Worte in die Seele des Jugendlichen, wie die Nadel des Tätowierers in die Haut. Der Schüler identifiziert sich dann mit diesen Kompetenzen. Suggestion, Identifikation und Wertschätzung gehen dann Hand in Hand.</p>
<p>Wichtig ist auch die Lernenden dabei zu unterstützen, dass sie sich Erfolge selbst zuschreiben können – also nicht das Ergebnis der Bemühungen des Lehrers sind, sondern den eigenen Bemühungen zuzuordnen sind. Misserfolge sollten nicht auf die Persönlichkeit und Fähigkeiten des Schülers zurückgeführt werden, sondern auf veränderliche – kontrollierbare Bedingungen. Um den Schüler dabei zu unterstützen kann der Lehrer die momentan aktuell benötigten Kompetenzen formulieren, dies kann sehr differenziert erfolgen.</p>
<p><strong>Kompetenzen formulieren: </strong>Der Lehrer sollte in der Lage sein die benötigten und vorhandenen Kompetenzen formulieren zu können. Um sie zu verbalisieren und diese dem Schüler rückzumelden. Diese Rückmeldungen sind besonders wichtig, weil sie Identifikationsprozesse anregen. Alles Gelungene, Positive, Gute kann verstärkt werden. Jede Anstrengung, jeder Versuch, jede Auseinandersetzung.</p>
<p>Lernen beinhaltet folgende Fähigkeiten:</p>
<ul>
<li>Zuhören können</li>
<li>Sich konzentrieren können – sich also nicht ablenken lassen</li>
<li>Erinnern können</li>
<li>Beobachten – die Aufmerksamkeit lenken</li>
<li>Neues Wissen mit bisherigem Wissen verknüpfen</li>
<li>Das Gesagte oder Gelesene in eigene Worte zusammenfassen</li>
<li>Etwas im Geist durchspielen – Zusammenhänge, Funktionsweisen, Schlussfolgerungen</li>
<li>Ausdauernd, fokussiert und diszipliniert zu sein</li>
<li>Divergentes und kreatives Denken</li>
<li>Frustrationen aushalten können</li>
<li>Fehler zulassen und reflektieren lernen</li>
</ul>
<p>3<strong>.  </strong><strong>Ich möchte selbst bestimmen! </strong></p>
<p>Bedürfnis nach Autonomieerleben &#8211; Der Schüler möchte die Dinge selbst in die Hand nehmen, kreativ sein, Probleme selbst lösen und eigene Lösungswege versuchen. Sich als unabhängig oder befreit von den Kompetenzen anderer erleben.</p>
<p>Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Integration und Kompetenzerleben – dann hat er die nötige Sicherheit selbst etwas zu wagen.</p>
<p><strong>Autonomie zuschreiben:</strong> Der Schüler soll erfahren, dass er Lernziele auch ganz alleine erreichen kann – beziehungsweise mit so wenig wie möglich Führung von außen. Hilfestellungen sollen nach und nach fallengelassen werden und der Schüler eigenverantwortlich Ziele anvisieren. Die meisten Probleme können auf verschiedene Arten gelöst werden, dazu ist es wichtig den Schüler zum Perspektivenwechsel zu ermutigen und seine kreativen Prozesse zu fördern.</p>
<p>Der Lehrer sollte sensibel für die Lernprozesse des Schülers werden, also genau erkennen, an welchen Stellen des Lernens, der Schüler das Heft selbst in die Hand nimmt. Das dürften die Stellen sein, bei denen der Schüler bestmöglich am Vorwissen anknüpft und somit den Rand des privaten Wissens erreicht und verlassen möchte. Zudem sollte der Lehrer die äußeren Bedingungen schaffen, die dem Schüler autonomes lernen erleichtern.</p>
<p>Jemanden zu bestimmten Leistungen zu motivieren, ist somit ein hoch komplexer Prozess, der vom Lehrer verlangt, dass er wach, aufmerksam, einfühlend, geduldig, wissend, liebend, beziehungsfähig ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Quellen:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3801718042/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3801718042&amp;linkCode=as2&amp;tag=traumeversteh-21&amp;linkId=D2Q5QXKYWQQ3PXVF">Klaus Grawe: Neuropsychotherapie. Hogrefe 2004</a><img loading="lazy" decoding="async" src="http://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=traumeversteh-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3801718042" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3801713075/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3801713075&amp;linkCode=as2&amp;tag=traumeversteh-21&amp;linkId=IDWKASF3JNJM3INE">Julius Kuhl: Motivation und Persönlichkeit: Interaktionen psychischer Systeme. Hogrefe 2001</a><img loading="lazy" decoding="async" src="http://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=traumeversteh-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3801713075" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
<p>Manfred Prenzel Sechs Möglichkeiten, Lernende zu demotivieren<br />
(in H. Gruber &amp; A. Renkl (Hrsg.): Wege zum Können. Determinanten des Kompetenzerwerbs. Bern, Verlag Huber, 1997)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aggression und Ausgrenzung</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/aggression-und-ausgrenzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2016 10:04:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir fürchten uns davor aggressiv zu werden, wenn wir uns streiten. Denn wir wissen, wie mühevoll es ist ungestüme Gefühle zu zähmen. Aggressiv zu werden, ist, als würden wir aus einem Polo in einen Ferrari umsteigen. Nicht ahnend welche Kraft sich entwickelt, wenn wir das Gaspedal treten. Der Schub, der uns erfasst, macht uns zu &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/aggression-und-ausgrenzung/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Aggression und Ausgrenzung</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2014/11/Aggression.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-128" src="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2014/11/Aggression.jpg" alt="Aggression" width="182" height="137"></a>Wir fürchten uns davor aggressiv zu werden, wenn wir uns streiten. Denn wir wissen, wie mühevoll es ist ungestüme Gefühle zu zähmen. Aggressiv zu werden, ist, als würden wir aus einem Polo in einen Ferrari umsteigen. Nicht ahnend welche Kraft sich entwickelt, wenn wir das Gaspedal treten. Der Schub, der uns erfasst, macht uns zu potentiellen Mördern. Weshalb?<span id="more-68"></span></p>
<p><strong>Am Anfang jeder Gewalt steht die Angst &#8222;nicht dazuzugehören&#8220;.</strong> Wenn wir <a href="https://amzn.to/4fmcT1P">Joachim Bauer in seinem Buch Schmerzgrenze</a> folgen, dann ist Fairness und gegenseitige Achtung die Basismotivation sozialen Handelns. Nach Joachim Bauer war das „Aussetzen“ bzw. „Ausgrenzen“ in Jäger und Sammler-Tagen ein Todesurteil. Ein Mensch konnte damals nicht alleine überleben. Wir möchten nicht unfair behandelt werden und wir fürchten uns davor ausgeschlossen zu werden. Wir möchten gesehen werden, mitmachen und Wertschätzung erfahren. Sollte dieses Bedürfnis nicht befriedigt werden, dann wächst in uns eine Unruhe, die unseren ganzen Körper in Reaktionsbereitschaft versetzt.</p>
<p><strong>Ausgrenzung tut weh, sie </strong>schmerzt wie körperliche Gewalt, denn das Gehirn unterscheidet nicht zwischen diesen beiden Arten von Gewalt. Beide Erfahrungen werden auf neuronaler Ebene ganz ähnlich verarbeitet.</p>
<p><strong>Aggression ist eine Verhaltensbereitschaft,</strong> um in gefährlichen Situationen angemessen zu reagieren. Dabei wird der Körper&nbsp; von Hormonen überschwemmt. In solch einem Zustand können Konflikte nicht mehr angemessen bzw. erfolgreich gelöst werden. Die Aggression will das auch gar nicht, sondern sie stellt den Körper darauf ein, das Überleben zu garantieren, zur Not mit gewaltvollen Mitteln. Zeitgemäß? Offensichtlich nicht, denn wir sind viel öfters aggressiv, als wir um unser Leben bangen müssten.</p>
<p><strong>Aggression ist eine Reaktion auf das Verhalten eines anderen Menschen. </strong>Wenn uns jemand beleidigt, wir entlassen oder &#8222;entfreundet&#8220; werden, jemand uns einfach nicht verstehen möchte oder sich jemand vordrängelt, kann dies Aggressionen provozieren. In jedem dieser Fälle könnten wir „jemanden empfindlich verletzten“, wenn wir nicht gelernt hätten unsere aggressiven Impulse zu kontrollieren.</p>
<p><strong>Aggression fordert uns dazu auf, etwas zu tun,</strong> denn die Überflutung von Hormonen hindert uns daran, sofort zum Alltäglichen zurückzukehren. Die Aggression verschwindet nicht einfach, wenn wir ihr das befehlen. Entweder wir streiten mit unserem Gegenüber oder verschieben die Wut auf Schwächere, weil der Chef eine Nummer zu groß ist. Die meisten verlagern den Konflikt nach innen, sie richten die Wut gegen sich selbst, was zu Depressionen, autoaggressivem Verhalten führen kann oder im schlimmsten Falle suizidale Impulse wachruft.</p>
<p><strong>Aggression hat eine kommunikative Funktion. </strong>D.h. es ist eine äußerst emotionale Art Nein zu sagen! So nicht! Nicht mit mir! Ich möchte nicht, dass du dich so verhältst. Es tut mir weh, wenn du mir in dieser Art und Weise begegnest. Ich möchte als gleichwertiges Mitglied dieser Gemeinschaft gesehen werden.</p>
<p><strong>Betrachten wir diesen klassischen Beziehungskonflikt: </strong></p>
<p>Frau genervt zum Mann:<em> &#8222;Kannst du deinen Pullover denn nicht sofort in den Schrank räumen, wenn du ihn ausziehst? Wie oft muss ich dir das sagen?&#8220;</em></p>
<p>Der Mann wird darauf hin aggressiv und brüllt die Frau an: <em>„Offensichtlich, kann ich das nicht und überhaupt, hör auf mich wie ein Kind zu behandeln!“</em></p>
<p>Die Frau schreit: <em>„Naja, wenn du dich wie ein Kind verhältst, dann kann ich nicht anders!“</em></p>
<p>Der Mann brüllt: <em>„Naja, ich habe eben Wichtigeres zu tun, als deinen dummen Regeln zu folgen.“</em></p>
<p>Was passiert in solchen Situationen? Weshalb wird in uns eine Verhaltensbereitschaft aktiviert, die zum Töten befähigen könnte, wenn uns jemand lediglich zu etwas auffordert?</p>
<p><strong>Ausgrenzung </strong>geschieht nicht nur dann, wenn Schüler einen Mitschüler mobben, ihn aus der Klassengemeinschaft ausschließen, sondern auch dann, wenn der Betroffene eine Aktion oder etwas Gesagtes als Ausgrenzung „erlebt“. Die Bewertung einer Situation als potentiell gefährlich ist eine sehr private Angelegenheit und ist stark mit den bislang gemachten Lebenserfahrungen assoziiert.</p>
<p>Der Mann in unserem Beispiel fühlt sich von der Frau ausgegrenzt – sie entfernt ihn durch ihr mütterliches Verhalten aus der Paarbeziehung. Durch die Art und Weise, wie die Frau ihren Appell formuliert, entsteht ein Graben, den die beiden aktuell nicht überwinden können. Die Frau verwandelt durch Ihren Appell die Augenhöhe, die in einer Paarbeziehung notwendig ist, in ein Machtgefälle. Dies erlebt der Mann als Beziehungsverrat.</p>
<p>Das Gleiche geschieht mit der Frau, auch sie fühlt sich ausgegrenzt, weil sie das Verhalten des Mannes – den Pullover liegen zu lassen und nicht wegzuräumen – als Ausstieg des Mannes aus der Paarbeziehung wertet. Die Frau fühlt sich dadurch entwertet und ausgeschlossen – das sich in destruktivem Verhalten äußern könnte.</p>
<p align="center"><strong>Wer sich ausgegrenzt fühlt, der muss sich mit der Angst auseinandersetzen „ausgesetzt“ zu werden.</strong></p>
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		<item>
		<title>Streiten &#8211; Vokabel der Bezogenheit</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/streiten-vokabel-der-bezogenheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 May 2016 09:07:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn wir uns einem Phänomen nähern, können wir dies auf verschiedene Arten tun. Wir befragen die öffentliche Meinung, interessieren uns dafür was Wissenschaftler, Literaten und Künstler zum Thema beitragen können, oder wir beleuchten, wie das Phänomen in der Sprache repräsentiert ist. Streiten ist eine Vokabel, genauer gesagt eine Verb. Wir benutzen es um die Qualität &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/streiten-vokabel-der-bezogenheit/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Streiten &#8211; Vokabel der Bezogenheit</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-122" src="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2014/12/blume2.jpg" alt="blume2" width="180" height="135" />Wenn wir uns einem Phänomen nähern, können wir dies auf verschiedene Arten tun. Wir befragen die öffentliche Meinung, interessieren uns dafür was Wissenschaftler, Literaten und Künstler zum Thema beitragen können, oder wir beleuchten, wie das Phänomen in der Sprache repräsentiert ist.<span id="more-73"></span></p>
<p><strong>Streiten ist eine Vokabel, genauer gesagt eine Verb. </strong>Wir benutzen es um die Qualität von Beziehungen zu beschreiben. Wenn wir mit jemandem streiten, dann sind wir auf jemanden bezogen und das Gegenüber auf uns. In dem Wort &#8222;beziehen&#8220; oder &#8222;bezogen sein&#8220;, verbirgt sich, dass wir miteinander verbunden sind – auf magische Art und Weise – so, als wäre ein Seil zwischen uns gespannt. Das Seil kann dann manchmal locker, manchmal straffer gespannt sein. Streiten wir uns, entsteht offensichtlich eine Spannung zwischen zwei Menschen, eine Spannung die so stark werden kann, dass das Seil reißt. Das Streiten ist also eine Vokabel für eine ganz besondere Beziehungsqualität zwischen zwei Menschen.</p>
<p><strong>Darüber hinaus gibt es noch jede Menge anderer Vokabeln, die die Bezogenheit zweier Menschen beschreiben,</strong> z.B.: Diskutieren, debattieren, zanken, disputieren, verhandeln, überzeugen, argumentieren, vereinbaren, handeln, umstimmen, andrehen, verkaufen, bekehren, überreden, manipulieren, beschwatzen, weich machen, bearbeiten, herumkriegen, verlocken, verleiten, verzaubern, bezirzen, verführen, verhexen, betören, beraten, besprechen, darlegen, erörtern.<em><br />
</em></p>
<p><strong>Können Sie die Spannung jeweils im Seil spüren? </strong>Bei all diesen &#8222;Tun&#8220;-Wörtern sind wir auf jemanden bezogen. Wir möchten etwas beim Gegenüber erreichen und sein Verhalten, seine Überzeugungen, seine Meinungen oder seine Werte verändern. Wir möchten einen Unterschied herstellen oder nivellieren. Wir streiten, wenn wir obige Handlungen ausführen.</p>
<p>Es ist schon erstaunlich, wie viele Möglichkeiten wir haben, einen anderen Menschen zu beeinflussen. <strong>Streiten ist elementar für jegliches Miteinander &#8211; und nicht immer offensichtlich.</strong> Wir brauchen schon empfindliche Antennen, um zu erkennen, wie wir uns gegenseitig manipulieren und verändern möchten.</p>
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		<title>Nein sagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Feb 2015 10:10:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Handlungen anderer Personen sind darauf angelegt uns zu manipulieren. Auch wenn wir es nicht immer bemerken, solche Übergriffe finden ständig statt. Ungefragt möchte man uns in etwas „hineinziehen“, „überredet uns“ ein Glas mehr zu trinken, oder „drängt uns“ Kaufentscheidungen auf. Die Werbung „verführt uns“ zum Kauf eines unnötigen Produkts oder „suggeriert uns“ etwas zu &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/nein-sagen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Nein sagen</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Handlungen anderer Personen sind darauf angelegt uns zu manipulieren. Auch wenn wir es nicht immer bemerken, solche Übergriffe finden ständig statt. Ungefragt möchte man uns in etwas „hineinziehen“, „überredet uns“ ein Glas mehr zu trinken, oder „drängt uns“ Kaufentscheidungen auf. Die Werbung „verführt uns“ zum Kauf eines unnötigen Produkts oder „suggeriert uns“ etwas zu brauchen, was eigentlich gar keinen Nutzen hat. Oft geht es darum instrumentalisiert zu werden, ob dies die Religion oder der Staat, das Pharmaunternehmen, der Arbeitgeber oder die Ehefrau bzw. der Ehemann ist, auf jeden Fall wird stets in manchmal grober, manchmal subtiler Weise am Seil gezogen. Oftmals spüren wir den Zug im Seil überhaupt nicht, weil wir uns mit bestimmten Rollen identifizieren. So identifizieren wir uns mit der Rolle des Kunden, oder des Arbeitnehmers, oder des Ernährers, oder der Demokratin, der Ehefrau, des Vaters und folgen brav dem erwarteten Rollenscript. Am Ende bleibt die Frage, ob wir das so wollen, oder ob wir nicht mit einem schlichten Nein den Manipulationsversuch verhindern.<span id="more-78"></span></p>
<p><strong>Die erste groß angelegte therapeutische Intervention, die in Deutschland vorgenommen wird, findet im Kindergarten statt.</strong> Dort wird unter großem Engagement der Erzieherinnen, den Kindern beigebracht, Nein zu sagen. Es ist eine Lehreinheit im Rahmen der Gewaltprävention. Die Pädagoginnen möchten Kindern beibringen, sich argumentativ zu wehren, wenn andere Kinder oder Erwachsene etwas tun, was diese nicht möchten. Trotz dieser frühen Intervention bleibt das &#8222;Neinsagen&#8220; eine große Herausforderung.</p>
<p><strong>Neinsagen ist herausfordernd.</strong> Weshalb? Weil wir damit einen Unterschied deutlich machen: „<em>Nein, ich möchte nicht so, wie du willst!</em>“ Ein Veto ist die Grundlage in jedem Streit. Und wenn das Gegenüber antwortet: „<em>Das ist mir egal! – Deine Meinung interessiert mich nicht.</em>“ – also das Nein wiederum verneint, brennt es lichterloh.</p>
<p><strong>Nein sagen, ist meist mit Ängsten verbunden:</strong> Wie wird mein Partner das Nein aufnehmen, wie wird er oder sie darauf reagieren? Weil wir Angst haben uns den Konsequenzen eines Protests auszusetzen werden viele zum Ja-Sager.</p>
<p><strong>Ein Nein könnte innere Konflikte provozieren.</strong> Gerade dann wenn das Nein Rollenerwartungen und Identifikationen widerspricht: „Ein Vater tut alles für seine Familie.“ Solch ein Satz erträgt kein Nein.</p>
<p><strong>Nein zu sagen ist überfordernd.</strong> Wann? Wenn wir den Mächtigen &#8211; den Eltern, den Politikern, den Chefs, dem System, der Gesellschaft, dem Mainstream gegenüberstehen und diesen widersprechen möchten.</p>
<p><strong>Nein sagen könnte vorteilhaft sein. </strong>Wir könnten unser Geld für etwas Sinnvolles ausgeben oder unsere Zeit mit Menschen verbringen, die wir wirklich schätzen.</p>
<p><strong>Es gäbe also genügend Gründe Nein zu sagen</strong> <strong>und ebenso viele das Nein zu unterlassen.</strong> In den meisten Fällen ist uns nicht bewusst, weshalb wir mitmachen, uns ausbeuten lassen, uns trotz Datenklau bei Facebook anmelden, Parteien wählen, die es nicht gut mit uns Bürgern meinen oder unserem Partner einen Gefallen tun, den wir eigentlich nicht gut heißen.</p>
<p><strong>Deswegen wäre es wichtig sich Haltungen und Werte zu erarbeiten. Denn nur auf der Grundlage einer sicheren Argumentation erhält unser Nein auch seinen Wert und wird damit auch eher akzeptiert. </strong></p>
<p><strong>Bevor wir also Ja oder Nein sagen, sollten wir</strong> die Werte kennen, die unser Handeln anleiten. Wer Nein-Sagen möchte, Seile kappen möchte oder Beziehungen anders „stricken“ möchte, der sollte im Vorfeld Argumente sammeln und herausarbeiten weshalb das Anliegen, das Veto, die Rebellion so wichtig ist.</p>
<p><strong>Wie formulieren wir unser Nein, so, dass es auch akzeptiert wird? </strong>Arbeiten wir dies an einem einfachen Beispiel durch: Der zwölfjährige Peter möchte seine erste Playstation und er wird nicht müde, diesen Wunsch täglich neu auf dem Frühstückstisch zu platzieren. Der Vater hat gar keine Lust mehr sich das anzuhören, hat aber bislang nur mit den Augenbrauen gezuckt, um sich dann wieder in seine Zeitung zu vertiefen. Doch heute hat er sich vorgenommen, die Sache vom Tisch zu räumen.</p>
<p>1. Nein sagen</p>
<p><em>Nein, du wirst keine Playstation bekommen!</em></p>
<p>2. Störendes Verhalten benennen</p>
<p><em>Ich möchte dieses Thema auch nicht mehr am frühen Morgen besprechen, am liebsten wäre es mir, wenn wir überhaupt nicht mehr darüber sprechen. </em></p>
<p>3. Begründen</p>
<p><em>Und ich möchte meine Haltung auch gerne begründen. Ich weiß, dass diese Spiele sehr verführerisch sind. Aber das sind schließlich viele Dinge im Leben: Das sind Zigaretten, Alkohol, Süßigkeiten, Lebensmittel, die uns in der Werbung dargeboten werden. Es sind nutzlose Produkte und manchmal sollen wir nutzlose Sachen machen, die uns im Leben nicht voranbringen. Ich weiß, dass heute die meisten Jungs nicht Nein <em>zum Playstationspielen</em> sagen können , auch wenn sie um die Suchtgefahren wissen. Ich weiß auch, dass du bestimmt auch von anderen Jungs dazu gedrängt, bzw. verführt wirst an Onlinespielen teilzunehmen. Aber gibt es nicht auch Jungs, die andere Freizeitinteressen pflegen? Du spielst schon Gitarre und liest gerne. Ich bin mir sicher, dass wenn du das Spielen auf der Playstation beginnst du deine anderen Interessen vergisst. Das Gitarrenspielen, das dir ja so viel Spaß macht, vielleicht sogar aufgibst, die Schule vernachlässigst und deine Leseleidenschaft verkümmert. Das wäre schade, und ich möchte es auch gar nicht erst auf einen Versuch ankommen lassen. Sondern ich möchte, dass du mein Nein akzeptierst. Ich glaube nicht, &#8211; ja ich bin mir eigentlich sicher &#8211; dass du aus deinem Freundeskreis deswegen bestimmt nicht ausgeschlossen wirst. Außerdem wäre es viel attraktiver, dass du selbst die Bedingungen für Freundschaft formulierst und du dir deine Freunde anhand deiner Interessen und Fähigkeiten aussuchst. Zudem hast du schon genug andere Möglichkeiten virtuell zu spielen und dich mit anderen zu vernetzen. Das sollte genügen, es muss nicht noch ein Spiel sein, dessen Hardware man zudem jedes Jahr erneuern muss, weil es dem aktuellen Stand der Technik nicht entspricht. </em></p>
<p><strong>4.</strong> Alternativen Vorschlagen</p>
<p><em>Wie wäre es, wenn du dir etwas Anderes wünschst? Etwas ganz Neues und dir Freude macht? Wir können auch gerne mal ein richtiges – kein virtuelles &#8211; Abenteuer bestehen. Ich lade dich hiermit mit deinen Freunden ein – an einem Wochenende eine Wanderung zu unternehmen und draußen im Wald zu schlafen. Ihr macht euch bestimmt in die Hosen, wenn es dann nachts knarzt und schnaubt und der Wald dich mit all seinen Geheimnissen konfrontiert. Was hältst du davon?<br />
</em></p>
<p>Ein Nein, das auf Punkt Nummer eins beschränkt ist: „<em>Nein, du wirst keine Playstation bekommen!“</em>,  kann den Jungen nicht sättigen. Der Vater sollte seinen Entschluss begründen, seine Werte mitteilen und dem Sohn argumentativ begegnen können. Das bedeutet nicht, dass der Junge glücklich mit der Entscheidung des Vaters wird, aber es wird ihm leichter fallen, diese zu akzeptieren. Gerade dann, wenn ihm alternativ etwas angeboten wird, dass die Bedürfnisse eines heranwachsenden Jungen in ähnlicher Weise befriedigt.</p>
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		<title>Die Kunst des Dialogs</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/die-kunst-des-dialogs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2015 10:18:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viele Gespräche verlaufen unbefriedigend: Jemand erzählt etwas und der Gesprächspartner greift Stichworte auf, um seine Sicht der Dinge zu platzieren. Alle am Gespräch Beteiligten versuchen eigene Bedürfnisse zu befriedigen: Jeder möchte es besser wissen,  irgendwas loswerden, sich entlasten, den anderen überzeugen, überreden, oder einfach nur palavern oder man wartet auf die Gelegenheit einen guten Witz &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/die-kunst-des-dialogs/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Die Kunst des Dialogs</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Gespräche verlaufen unbefriedigend: Jemand erzählt etwas und der Gesprächspartner greift Stichworte auf, um seine Sicht der Dinge zu platzieren. Alle am Gespräch Beteiligten versuchen eigene Bedürfnisse zu befriedigen: Jeder möchte es besser wissen,  irgendwas loswerden, sich entlasten, den anderen überzeugen, überreden, oder einfach nur palavern oder man wartet auf die Gelegenheit einen guten Witz zu machen. Weshalb ist das so und gibt es dazu Alternativen?<span id="more-86"></span></p>
<p><strong>Wenn wir in einer geselligen Runde sind, sind wir meist auf Anerkennung aus. </strong>Wir möchten bewundert und wertgeschätzt werden, wir möchten zeigen, was wir drauf haben und fordern unbewusst den Respekt der anderen ein. Jeder versucht kräftig am anderen zu ziehen und ihn für die eigenen Gesprächsziele „einzuspannen“. Der andere ist nur Mittel zum Zweck. Er ist das Vehikel für unseren Erfolg.</p>
<p><strong>Diese Art des Dialogs finden wir überall, </strong>in der Kneipe, auf der Straße, in Talkshows, in Diskussionsrunden, zu Hause. Es sind meist Dialoge, die uns irritieren und unsere Kontaktbedürfnisse nur teilweise befriedigen. Selten führen diese Gespräche für beide Seiten an ein befriedigendes Ende, sind konstruktiv bzw. gut zu nennen. Kennen Sie das? Oft genug ärgern wir uns über die anderen und suchen deswegen nach Fehlern und Anklagepunkte, die dem anderen seine Größe nehmen. Sie sehen das anders? Dann achten Sie in Zukunft genau auf die Interessen, die sie im Gespräch verfolgen. Wie ergeht es Ihnen, wenn sie mit jemanden in einen Dialog einsteigen? Welche Absichten haben Sie dann, welche Ziele verfolgen Sie?</p>
<p><strong>Stellen wir uns jetzt ein großes Netz vor, </strong>bei dem jeder Knotenpunkt durch einen Menschen repräsentiert ist und jetzt stellen Sie sich vor, dass die Verbindungen zwischen den Knotenpunkt Beziehungen repräsentieren, die auf oben beschriebenen Dialogkompetenzen beruhen. Das ist ein Netz von Beziehungen das bebt, wabert, stets erregt ist, nie zur Ruhe kommt und auch nie ein netzübergreifendes Ziel verfolgt. Wir leben zusammen mit Milliarden von Menschen und jeder verfolgt seine ganz eigenen Interessen. Eine sehr einfache Erklärung für die Krisen und Unruhen in dieser Welt, oder? Somit sind wir aufgerufen die Qualität des Miteinanders zu verbessern, den Dialog als Kunstform erheben.</p>
<p><strong>Wenn wir von Fortschritt oder Progression sprechen,</strong> dann meinen wir damit ausschließlich den technischen Fortschritt, im psychologischen Bereich sprechen wir von Persönlichkeitsentwicklung. Selten sprechen wir davon, dialogische Kompetenz voranzubringen oder wenn dann nur, um eigene Interessen durchzusetzen; z.B. wenn etwas verkauft werden soll, wir uns perfekt darstellen wollen oder den Kollegen am Arbeitsplatz kommunikativ optimiert begegnen sollen. Dialogische Kompetenz als friedensstiftende Massnahme zu etablieren und als Quelle von Ideenreichtum und neuen Perspektiven zu betrachten, davon sind wir leider weit entfernt.</p>
<p>Ausgehend von diesen Prämissen können wir nun festlegen, wie konstruktive Dialoge zu führen wären. Indem wir die egoistischen Ziele im Gespräch durch andere Gesprächsziele ersetzen. Die egoistischen Gesprächsziele fundieren übrigens auf zwei Dingen: Wir möchten Macht ausüben und Recht behalten. Die Lösung liegt somit auf der Hand: Wir pflegen das Miteinander und versuchen auf der Sachebene zu einem Austausch von Argumenten zu gelangen, mit dem Ziel eine höhere Weisheit bzw. auf eine höhere Ebene der Erkenntnis zu gelangen.</p>
<ul>
<li>Das Gespräch so lange wie möglich „wach“ zu halten</li>
<li>Erst dann mit der eigenen fundierten Meinung dem anderen begegnen, wenn wir uns sicher sein können, den anderen auch wirklich verstanden zu haben</li>
<li>Suche nach Kompetenzen und den Dialogzielen deines Gegenüber</li>
<li>Wenn du anderer Meinung bist, versuche deinen alternativen Standpunkt darzulegen und fechte die Meinungsverschiedenheit  argumentativ aus, bleibe dabei flexibel und offen für die Argumente der Gegenseite</li>
<li>Sei an jeder Stelle des Gesprächs bereit dafür den eigenen Standpunkt zu Gunsten eines höheren Standpunktes aufzugeben</li>
<li>Um die Augenhöhe mit dem Gesprächspartner zu garantieren, also ein Machtgefälle zu vermeiden, ist es sinnvoll an manchen Stellen des Gesprächs wie ein Therapeut zu agieren:</li>
</ul>
<p><strong>Im therapeutischen Dialog </strong>möchte der Klient so gut es geht verstanden werden und der Therapeut möchte den Klienten unterstützen. Da der Therapeut um die Gesprächsziele weiß, liegt es in seiner Verantwortung diese auch zu garantieren: Einen therapeutischen Dialog zu entfalten, ist durch den Wunsch motiviert, den anderen zu verstehen, im zuzuhören, ja ihm aktiv zuhören, diesen Prozess also offensiv unterstützt: „Ja, ich möchte dich verstehen – ich werde alles dafür tun, das, was du sagst, so zu verstehen, wie du es mir eigentlich mitteilen möchtest. Erst wenn ich ganz sicher bin, dass ich dich wirklich verstanden habe, weiß ich, dass ich in einem Dialog mit dir bin. Dazu gehört nicht nur, dass ich verstehe, was du mitteilen möchtest, sondern auch, dass ich mich einfühlen kann und ich möchte auch verstehen, weshalb du mir gerade mir das mitteilst. Erst wenn das Gegenüber das Bedürfnis nach gesehen werden, nach verstanden werden und in seiner Haltung akzeptiert werden erfüllt sieht, können wir von einem gelungenen therapeutischen Dialog ausgehen.</p>
<p><strong>Wenn Sie also &#8222;gute&#8220; Dialoge führen wollen,</strong> dann versuchen Sie es mal mit einer therapeutischen Haltung und  kombinieren Sie dies mit einer kämpferischen Haltung bzgl. der eigenen Argumente, die sie auch bereit sind aufzugeben, wenn im Gespräch neue Argumente auftauchen, die plausibler, schöner, authentischer erscheinen. Vieleicht gelingt es Ihnen ja, neue Gesprächsziele vorzugeben, wenn Sie das nächste Mal mit Ihrer Freundin quatschen. Das ermöglicht &#8211; und da bin ich mir ganz sicher &#8211; eine neue Qualität des Miteinanders.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3861910020/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3861910020&amp;linkCode=as2&amp;tag=traumeversteh-21&amp;linkId=I62GW5HTGQ4OCBI2">Martin Buber (2010): Wer eine Seele rettet, rettet die Welt: Das Martin Buber-Lesebuch. Crotona Verlag GmbH</a><img loading="lazy" decoding="async" style="display: none !important;" hidden="" src="http://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=traumeversteh-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3861910020" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
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		<title>Handlungsoptionen des suizidalen Menschen</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/handlungsoptionen-des-suizidalen-menschen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2015 10:14:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der suizidale Mensch ist jemand, der von seinen Mitmenschen zu oft mitgeteilt bekam, dass er seinen identitätsstiftenden Platz in dieser Gesellschaft nicht einnehmen darf oder kann. Suizid ist die Folge von familiärer, gesellschaftlicher, beruflicher Ausgrenzung. Der Selbstmord ist die konsequente Fortsetzung dessen, was andere schon begonnen hatten: Die Entsorgung, das Nichtteilhabenlassen, die Ausgrenzung, das Negieren &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/handlungsoptionen-des-suizidalen-menschen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Handlungsoptionen des suizidalen Menschen</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der suizidale Mensch ist jemand, der von seinen Mitmenschen zu oft mitgeteilt bekam, dass er seinen identitätsstiftenden Platz in dieser Gesellschaft nicht einnehmen darf oder kann. Suizid ist die Folge von familiärer, gesellschaftlicher, beruflicher Ausgrenzung. Der Selbstmord ist die konsequente Fortsetzung dessen, was andere schon begonnen hatten: Die Entsorgung, das Nichtteilhabenlassen, die Ausgrenzung, das Negieren von Sozialitätsbedürfnissen eines Menschen. Wahrscheinlich ein biologisches Programm, das die Schwachen aussortiert. Welche Handlungsalternativen ergeben sich aber nun für Menschen, die gefährdet sind, sich selbst zu töten?<span id="more-82"></span></p>
<p><strong>Jemand der suizidal ist hat vier Handlungsoptionen.</strong></p>
<p><strong>a) Der suizidale Mensch akzeptiert die Ausgrenzung seiner Umwelt</strong> bzw. er anerkennt die degradierende Meinung der anderen. Um den erniedrigenden Effekt zu verstärken und die Isolierung voranzutreiben nimmt er Drogen, verletzt sich selbst, isst maßlos, zieht sich weiter zurück, degradiert sich selbst. Am Ende suizidiert er sich, indem er eine Überdosis Drogen nimmt, sein Auto gegen einen Brückenpfeiler lenkt, oder andere kreative Einfälle hat. Das ist die klassische Haltung eines depressiven Menschen, der sich mit seiner Ohnmacht identifiziert hat.</p>
<p><strong>b) Er hat aber gute Chancen in das Miteinander zurückzukehren,</strong> wenn er die Herausforderung annimmt, alle Experimente, die andere mit ihm durchführen, vehement, schnell und ausdrucksstark zu sanktionieren. Er lernt, sich mit anderen konstruktiv auseinanderzusetzen, mutig zu sein, zu streiten. Er lernt, sich zu behaupten, seine Stimme und seine Argumente, seine Werte und Befindlichkeiten zu nutzen, um seine legitimen Interessen durchzusetzen.</p>
<p><strong>c) Der suizidale Mensch hat eine hohe Kampfbereitschaft, bei maximaler Ohnmacht.</strong> Deswegen richtet er seinen ganzen Zorn gegen sich selbst. Die dritte Handlungsoption besteht also gerade darin, die Ohnmacht zu akzeptieren, das Gegenüber als Mächtigen anzuerkennen und sich damit zu arrangieren. Er toleriert die eigene Schwäche und die Stärke der anderen. Er identifiziert sich mit dieser Rolle. Das ist die klassische Haltung eines Kindes seinen Eltern gegenüber oder die Haltung des Bürgers gegenüber der Staatsmacht.</p>
<p>d) Wenn er über die kommunikativen Kompetenzen wie in b) beschrieben nicht verfügt oder es ihm einfach nicht gelingt, sich Gehör zu verschaffen, er sich nicht mit der Rolle des Ohnmächtigen identifizieren möchte oder die bestehenden Machtverhältnisse nicht tolerieren kann, dann <strong>bleibt noch die Möglichkeit Krieg zu führen</strong>, mit dem Ziel seine Interessen mit Gewalt (den Gegner schädigende) durchzusetzen. Das Problem ist aber, dass es im Eskalationsfall zur Auslöschung aller im Konflikt beteiligten kommen könnte. Krieg führen ist also nur dann sinnvoll, wenn die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, den Kampf zu gewinnen. Es gibt zahlreiche legale, legitimierte und rationale Mittel den Gegner zu schwächen z.B. ihn mit Hilfe eines Strafantrags von seinem üblen Tun abzuhalten.</p>
<p>Über 10000 Menschen haben sich im Jahr 2011 für Variante a) entschieden:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" title="Suizide in Deutschland" src="http://localhost/joomlam/images/suizid.png" alt="" width="800" height="740" border="0" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/suizidrate-steigt-weltweit-alle-40-sekunden-ein-selbstmord-3487382.html">http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/suizidrate-steigt-weltweit-alle-40-sekunden-ein-selbstmord-3487382.html</a></p>
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		<title>Aufregend!</title>
		<link>https://www.mediation-villingen.de/aufregend/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mediation Villingen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2015 10:09:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Besser Miteinander - Kommunikation und Konfliktmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ständig erregen wir uns, wenn nicht auf angenehme Art, dann in einer unangenehmen. Oftmals an einer Ampel oder an einer Supermarktkasse, wenn uns etwas misslingt oder uns jemand etwas Schönes vor der Nase wegschnappt, wir betrogen oder verraten werden. Was passiert aber in unserem Körper, wenn wir uns aufregen und weshalb ist es dann so &#8230; <a href="https://www.mediation-villingen.de/aufregend/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Aufregend!</span> weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/01/Ampel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright  wp-image-120" src="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/01/Ampel-300x150.jpg" alt="Ampel" width="180" height="90" srcset="https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/01/Ampel-300x150.jpg 300w, https://www.mediation-villingen.de/wp-content/uploads/2015/01/Ampel.jpg 684w" sizes="auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px" /></a>Ständig erregen wir uns, wenn nicht auf angenehme Art, dann in einer unangenehmen. Oftmals an einer Ampel oder an einer Supermarktkasse, wenn uns etwas misslingt oder uns jemand etwas Schönes vor der Nase wegschnappt, wir betrogen oder verraten werden. Was passiert aber in unserem Körper, wenn wir uns aufregen und weshalb ist es dann so schwer sich wieder zu beruhigen?<span id="more-75"></span></p>
<p><strong>Zur psychologisch – sozialen Komponente von Streit gehört auch die biologische</strong>, die uns verstehen lässt, weshalb es so schwer ist, aus einer Erregung so einfach auszusteigen.</p>
<p><strong>Wenn wir wütend sind, </strong> liefert der Körper alles Nötige um Höchstleistungen zu vollbringen. Um die Muskeln bestmöglich nutzen zu können wird Zucker im Blut freigesetzt, die Atemfrequenz erhöht sich, der Blutdruck steigt und der Puls beschleunigt sich. All diese Maßnahmen erleben wir als &#8222;Aufregung&#8220;. Darüber hinaus ist die Schmerzwahrnehmung reduziert, so dass wir Verletzungen im Falle einer Auseinandersetzung als weniger schmerzhaft erleben als im entspannten Modus. Wir könnten deswegen aber auch härter zuschlagen und mehr einstecken. Interessant ist auch, dass die Sexualhormone im Zustand der &#8222;Aufregung&#8220; gehemmt werden, was einen fatalen Effekt zur Folge hat. Wir sind dann nämlich weniger behutsam und einfühlsam &#8211; wir interessieren uns also weniger für die Belange des Anderen, nehmen eine Verletzung des Gegenüber in Kauf und die Hemmschwellen &#8222;Beleidigen und Demütigen&#8220; sinkt. Ein weiterer psychologischer Effekt ist die Reduktion des Denkens. Vernünftige Schlussfolgerungen sind demnach nur eingeschränkt möglich, weshalb wir unter Erregung dem anderen oftmals vorurteilsvoll begegnen. Alkohol verstärkt diese Effekte.</p>
<p>Der Körper fokussiert sich ganz auf die Herausforderung bzw. darauf die eigene Haut zu retten. Das waren noch vor Jahren lebensbedrohliche Situationen, entweder Tiere, die uns fressen wolllten oder Menschen, die uns ausrauben, vergewaltigen oder töten wollten. Und dann gab es nur drei Möglichkeiten: Weglaufen oder kämpfen oder sich seinem Schicksal ergeben.</p>
<p><strong>Aber was geschieht heutzutage? </strong>Nun erleben wir im Alltag keine lebensbedrohlichen Angriffe mehr. Wenn wir attackiert werden, dann meist, weil uns jemand beherrschen oder manipulieren mag. Es sind oftmals subtile Übergriffe, die kränkend sind. Wenn wir &#8222;getroffen&#8220; wurden, bzw. &#8222;verletzt&#8220; sind, dann überschwemmen uns Stresshormone und Neurotransmitter, die verantwortlich für die oben genannte &#8222;Symptome&#8220; sind. Dann ist aber kluges, schlagfertiges Handeln nicht mehr möglich. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn wir nach einer verbalen Attacke sprachlos sind, weil es eben eine Weile dauert, bis die Hormon-Flut zurückweicht.</p>
<p><strong>Die Aufregung, die sie in Konfliktsituationen verspüren, </strong>ist also nichts anderes als die Aktivierung eines Programms, das vollkommen anachronistisch und situationsunangemessen geladen wird. Weglaufen oder gewaltvoll handeln, wenn uns jemand provoziert, ist eben nicht mehr zeitgemäß.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Wer gelernt hat „cool“ zu bleiben,</strong> der hat einen entscheidenden Vorteil – er kann im Konfliktfall genauer hinschauen, seine Kognitionen nutzen, also eine Situationsanalyse vornehmen, das Einfühlungsvermögen nutzen und besonnen und angemessen reagieren – schlagfertig. Das Ziel kann also nur sein, Aufregung zu vermeiden.</p>
<p><strong>Das ist wichtig um gesund zu bleiben,</strong> denn Aggressionen ohne Ausdruck können krank machen. Man weiß, dass ungeklärte Konflikte weiterhin als belastend erlebt werden und somit einige der hormonellen und autonomen Reaktionen erhöht bleiben. Die Folge ist, dass das Immunsystem seine Arbeit nicht adäquat verrichtet und Organschäden auftreten können.</p>
<p>Quelle:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3540959378/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3540959378&amp;linkCode=as2&amp;tag=traumeversteh-21&amp;linkId=TFANN4D3X53M7UXS">Nils Birbaumer: Biologische Psychologie (Springer-Lehrbuch)</a><img loading="lazy" decoding="async" src="http://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=traumeversteh-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3540959378" alt="" width="1" height="1" border="0" /></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/wut-forscher-erklaeren-wie-man-mit-aerger-richtig-umgeht-a-1004733.html">Spiegel-Artikel: Zornig im Büro: Der Ärger muss raus &#8211; aber richtig</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.mediation-villingen.de/aufregend/">Aufregend!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.mediation-villingen.de">Besser Miteinander - Konfliktberatung und Mediation</a>.</p>
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